Verschiedene weitere Änderungen für 2017

  • Anhebung des Grundfreibetrags von jetzt 8.652,00 Euro um 168,00 Euro auf 8.820,00 Euro.
  • Anhebung des Kinderfreibetrags von jetzt 4.608,00 Euro um 108,00 Euro auf 4.716,00 Euro.
  • Anhebung des monatlichen Kindergeldes um jeweils 2,00 Euro:

Für das 1. und 2. Kind von jetzt 190,00 Euro auf 192,00 Euro.
Für das 3. Kind von jetzt 196,00 Euro auf 198,00 Euro.
Für das 4. und jedes weitere Kind von jetzt 221,00 Euro auf 223,00 Euro.

  • Anhebung des Unterhaltshöchstbetrags (§33a EStG) entsprechend der Anhebung des Grundfreibetrags.

Kassenrichtlinie 2010“: Für Altgeräte läuft die Zeit ab

Die im BMF-Schreiben vom 26.11.2010 (BStBI. I 2010, S.1342) zur Aufbewahrung digitaler Unterlagen bei Bargeschäften bis zum 31.12.2016 geltende Übergangsreglung wird nicht verlängert. Sie gilt für Registrierkassen und weitere Geräte, die bis dato keine Einzelaufzeichnungs- sowie Speicherungs- bzw. Datenexportfunktion haben.

Welche Geräte sind betroffen?

  • Registrierkassen
  • Waagen mit Registrierkassenfunktion
  • Taxametern
  • Wegstreckenzählern

Was bedeutet die Einzelaufzeichnungspflicht sowie die Reglungen zur Aufbewahrung?
Demnach müssen alle steuerlich relevanten Einzeldaten unverändert sowie vollständig aufgezeichnet und aufbewahrt werden. Eine Verdichtung dieser Daten oder allein die Speicherung der Rechnungsendsummen sind unzulässig. Darüber hinaus müssen alle einzeln aufgezeichneten Daten d.h. neben Journal- auch Auswertungs- und Programmierdaten sowie Stammdatenänderungen, revisionssicher gespeichert werden.

Zudem müssen sie über die Dauer der Aufbewahrungsfrist jederzeit verfügbar, unverzüglich lesbar und maschinell auswertbar sein (10 Jahre).

Das ausschließliche Vorhalten aufbewahrungspflichtiger Unterlagen in ausgedruckter Form ist nicht ausreichend. Diese Vorgaben müssten von der Kasse grundsätzlich selbst erfüllt werden.

Reicht der Kassenspeicher nicht aus, müssen die Daten auf einem externen Datenträger, wie USB-Stick oder einer externen Festplatte, unter Einhaltung der o.g. Kriterien vorgehalten werden.

Folgen einer mangelhafte Kassenführung
Bei einem nicht ordnungsgemäßen aufgezeichneten Geschäftsvorfall besteht das Risiko, dass der Betriebsprüfer die Kassenbuchführung verwirft. Beim Vorliegen weiterer Differenzen ist auch die Einleitung eines Steuerstrafverfahrens nicht ausgeschlossen.

Handlungsempfehlung
Damit Steuerpflichtige sich nicht der Gefahr von Hinzuschätzungen aussetzen, sind sie gut beraten, ihre Altgeräte soweit möglich schnellstens mit einem Update entsprechend der Anforderung zum 01.01.2017 aufzurüsten. Geräte, die nicht aufrüstbar sind, sollten ab dem 01.01.2017 nicht mehr genutzt werden. Eine rechtzeitige Neuanschaffung ist dringend geboten.

Mindestlohn in 2017

Die Mindestlohnkommission hat einstimmig beschlossen, dass sich der gesetzliche Mindestlohn ab 01.01.2017 auf 8,84 € brutto je Zeitstunde erhöhen soll. Es ist davon auszugehen, dass die vorgenannte Erhöhung rechtsverbindlich wird. Bei Arbeitsverhältnissen sind die vertraglichen Vereinbarungen zu überprüfen und die Stundenlöhne ggf. ab 2017 auf den gesetzlichen Mindestlohn zu erhöhen. Arbeitsverhältnisse mit sogenannten Mini-Jobs bedürfen ggf. der vertraglichen Anpassung (Reduzierung der Arbeitszeit), damit die weiterhin geltenden monatlichen 450 € Grenze nicht überschritten wird. Bei branchenbezogenen Übergangsregelungen (z.B. in der Land-und Forstwirtschaft oder für Zeitungszusteller(innen) wird der Mindestlohn ab 2017 auf mindestens 8,50 € brutto angehoben. Ab 2018 gilt der von der Mindestlohnkommission festgesetzte Mindestlohn ohne jede Einschränkung!